Informationen über Michigan
- Zum Land
- Bevölkerung
- Bildung und Kunst
- Sehenswürdigkeiten
- Sport und Erholung
- Verwaltung und Politk
- Wirtschaftsentwicklung
- Über die Geschichte
- Die Großen Seen
- Die Städte
- Sonstiges Interessantes
Michigan ist durch den Michigansee in zwei Teile geteilt und ist einer der nordöstlichen Staaten der USA, im Bereich der Großen Seen gelegen.
Der südliche Teil, Lower Peninsula oder Unter-Michigan genannt, liegt zwischen Michigansee im Westen und Huronsee im Osten; der kleinere,
nördliche Teil, Upper Peninsula oder Ober-Michigan, ist zwischen Michigansee im Süden und Oberem See im Norden gelegen.
Im Norden und Osten grenzt Michigan an die US-Bundesstaaten Ohio und Indiana, im Westen an Wisconsin, im Osten an die kanadische Grenze, der Provinz Ontario.
Ein Großteil der Grenzen liegt jedoch im Bereich der Großen Seen.
Am 26. Januar 1837 wurde Michigan zum 26. Mitglied der Vereinigten Staaten. Seine Wirtschaft, die im 19. Jahrhundert noch von der Fallenstellerei,
Landwirtschaft, Holzwirtschaft und vom Bergbau abhing, wurde nach 1900 hochindustrialisiert, als sich der Staat zum wichtigsten Zentrum der
Automobilindustrie der USA entwickelte.
In den neunziger Jahren waren auch Dienstleistungsbereiche wie der Tourismus sowie weiterhin Landwirtschaft und
Bergbau wichtige wirtschaftliche Faktoren. Der Name des Staates stammt vom Michigansee, dessen Name wiederum von einem Begriff aus der Sprache der
Algonkin abgeleitet wurde und soviel heißt wie "großes Wasser".
Beinamen Michigans sind Wolverine State (wolverine = Vielfraß) oder Great Lakes State.
Die Hauptstadt ist Lansing, weitere wichtige Städte sind Detroit, die siebtgrößte Stadt der USA, sowie Grand Rapids, Warren und Flint.
1. Zum Land
Mit einer Fläche von 250 738 Quadratkilometern ist Michigan der elftgrößte Staat der USA. Knapp zehn Prozent des Landes sind im Besitz der Bundesregierung.
Die größte Ausdehnung von Unter-Michigan, das wie ein Fausthandschuh geformt ist, sind etwa 460 Kilometer von Nord nach Süd und etwa 315 Kilometer von Ost
nach West.
In Ober-Michigan, das langgestreckt und unregelmäßig geformt ist, sind es ungefähr 525 Kilometer von Ost nach West und etwa 280 Kilometer von
Nord nach Süd.
An seinem niedrigsten Punkt im Südosten entlang des Eriesees liegt Michigan auf 174 Meter Meereshöhe, die höchste Erhebung bildet der
Gipfel des Mount Arvon im Nordwesten mit 603 Meter Höhe.
Die durchschnittliche Höhe liegt bei 274 Metern. Die Küstenlinie der Großen Seen auf dem Gebiet von
Michigan hat eine Länge von etwa 5 310 Kilometern.
Physische Geographie
Michigan hat Anteil an zwei großen geographischen Regionen: dem Superior Upland, einem Hügelland, und dem Eastern Great Lakes Lowland, einer Tiefebene.
Im Bereich des Superior Upland liegt der westliche Teil von Ober-Michigan; es besteht aus von Nordost nach Südwest verlaufenden Gebirgsketten sowie der
Insel Isle Royale im Oberen See. Nach Westen zu erstreckt sich das Superior Upland bis Wisconsin und Minnesota.
Dieses Hochland besteht aus überwiegend granitischem Felsuntergrund. Zu den Gebirgen in dieser Gegend zählen die Porcupine Mountains und die
Gebirgsketten Gogebic Range und Copper Range; letztere erstreckt sich teilweise bis auf die große Keweenaw-Halbinsel, die in den Oberen See hineinragt.
Insgesamt weist das Superior Upland eine deutlich stärkere Höhenstufung auf als die restlichen Teile des Staates.
Der östliche Teil von Ober-Michigan und ganz Unter-Michigan stellen einen Teil des Eastern Great Lakes Lowland dar.
Die Topographie dieser Region ist flach bis leicht hügelig, eine Folge der Gletscher, die während der Eiszeit das Land bedeckten.
In dieser Gegend gibt es zahlreiche Seen und Sümpfe.
Die Böden in Ober-Michigan und in der nördlichen Hälfte von Unter-Michigan sind grau bis graubraun gefärbt und sauer; sie gingen aus Gletscherablagerungen
hervor und sind nicht sehr fruchtbar. Im Südosten der Saginaw Bay im unteren Huronsee ist der Boden schwerer und lehmiger.
Der Großteil des Südens von Unter-Michigan weist sehr fruchtbare Böden auf und wird großteils landwirtschaftlich genutzt.
Am Ufer des Michigansees finden sich mehrere Sanddünen.
Flüsse und Seen
Die wichtigsten Flüsse des Staates sind der Grand, längster Fluß Michigans, sowie Manistee, Pere Marquette, Muskegon, Kalamazoo und Saint Joseph;
sie liegen alle im westlichen Teil Unter-Michigans.
Im östlichen Teil sind Au Sable, Saginaw, Cass, Saint Clair und Detroit bedeutende Flüsse, in Ober-Michigan Ontonagon, Menominee, Escanaba und Manistique.
In diesem Teil des Staates liegen außerdem viele malerische Wasserfälle, so etwa die Tahquamenon Falls, die man im gleichnamigen Park im Osten
Ober-Michigans sehen kann.
Außer den vier Großen Seen gibt es in Michigan mehr als 11 000 kleinere Seen, von denen der größte der Houghton-See im Norden Unter-Michigans ist.
Klima
Michigan hat ein feuchtes, kontinentales Klima mit relativ kurzen Sommern und langen, schneereichen Wintern.
In Ober-Michigan ist es generell kühler als in Unter-Michigan. Ober-Michigan hat eine frostfreie Jahreszeit von nur 60 bis 120 Tagen Dauer; Sault Sainte Marie
weist eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 4,4 °C auf. In Unter-Michigan beträgt die jährliche frostfreie Jahreszeit dagegen 120 bis 180 Tage.
Die gemessenen Extremtemperaturen liegen zwischen -46,1 °C und 44,4 °C. Michigan wird nur selten von starken Stürmen heimgesucht, doch gibt es
hin und wieder im Süden von Unter-Michigan Tornados.
Flora und Fauna
Etwa die Hälfte der Fläche Michigans ist bewaldet, wobei Laubwald dominiert. Die häufigsten Bäume sind Eichen-, Eschen-, Walnuß- und Ahornarten,
Amerikanische Buchen und verschiedene Kiefern. Zu den auffällig blühenden Pflanzen zählen u. a. Erdbeerbäume, Goldruten, Schwertlilien, Frauenschuh,
Tigerlilien und Veilchen.
Unter den häufigeren Säugetieren sind Hörnchen, Füchse, Murmeltiere, Chipmunks und Kaninchen zu nennen.
Im Norden von Unter-Michigan leben außerdem viele Hirsche, Schneehasen, Stachelschweine, Schwarzbären und Luchse, auf der Isle Royale im Oberen
See Elche und Wölfe.
Unter den vielen Fischen, die in den Gewässern von Michigan zu finden sind, gibt es Hechte, verschiedene Flußbarsche, Großaugenheringe, Welse,
Forellen, Stinte, Sonnenbarsche, Lachse und Felsenstöre. An Vögeln sind vertreten Wanderdrosseln, Drosseln, Wiesenlerchen, Zaunkönige,
Hüttensänger, Pirole, Bobolinks und Chickadee-Meisen. Gänse, Enten, Rauhfußhühner, Fasane und Wachteln sind die wichtigsten Jagdvögel Michigans.
2. Bevölkerung
Zur Zeit der Volkszählung von 1990 hatte Michigan 9 295 297 Einwohner, was einen Zuwachs von 0,4 Prozent gegenüber 1980 bedeutet. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte betrug 1990 für die Gesamtheit von Michigan 37 Einwohner pro Quadratkilometer; berücksichtigt man dabei nur das Festland, so ergibt sich eine Zahl von 63 Personen pro Quadratkilometer. Der Großteil der Bevökerung konzentrierte sich auf die südliche Hälfte von Unter-Michigan. Weiße machten etwa 83 Prozent der Bevölkerung aus, Schwarze 14 Prozent. An weiteren Bevölkerungsgruppen gab es ungefähr 201 600 Menschen lateinamerikanischer Herkunft, 23 850 Inder, 19 150 chinesischer, 16 300 koreanischer, 13 800 philippinischer, 10 700 japanischer und 6 100 vietnamesischer Abstammung. Die etwa 55 000 Indianer waren überwiegend von den Stämmen der Ojibwa, Ottawa und Potawatomi (siehe unten: Geschichte).
3. Bildung und Kunst
Um 1800 errichtete Father Gabriel Richard, ein französischstämmiger, katholischer Missionar und Erzieher, in der Gegend um Detroit die ersten Schulen.
1837, als Michigan amerikanischer Bundesstaat wurde, schuf man ein staatliches Bildungssystem.
Gegen Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts gab es im Staat 3 314 Grund- und weiterführende Schulen, die jährlich von 1 127 900 Grundschülern
und 448 900 Schülern an weiterführenden Schulen besucht wurden; Privatschulen besuchten etwa 167 900 Schüler.
Die erste Universität in Michigan, die Catholepistemiad oder University of Michigania, wurde 1817 in Deroit gegründet.
Bald nachdem Michigan ein Staat geworden war, verlegte man diese Einrichtung nach Ann Arbor; ab diesem Zeitpunkt hieß sie University of Michigan.
Gegen Ende der achtziger Jahre gab es in Michigan insgesamt 97 Hoch- und Berufsschulen, an denen jährlich insgesamt 560 300 Studenten studierten.
Nennenswerte Hochschulen außer der Universität Michigan sind die Wayne State University und die Universität Detroit, beide in Detroit, das Kalamazoo
College und die Western Michigan University, beide in Kalamazoo, sowie die Michigan State University in East Lansing.
Kultureinrichtungen
Michigan besitzt mehrere berühmte Museen, z. B. das Detroit Institute of Arts mit einer bemerkenswerten Sammlung amerikanischer, europäischer und orientalischer
Kunst; das Detroit Historical Museum; das Children's Museum in Detroit; das Detroit Science Center und das University of Michigan Museum
of Art in Ann Arbor, das eine große Ausstellung zur amerikanischen, afrikanischen und asiatischen Kultur zeigt.
Detroit, Flint, Grand Rapids, Kalamazoo, Lansing und Saginaw verfügen jeweils über eigene Orchester; in Detroit gibt es das Michigan Opera Theatre
und die größte öffentliche Bibliothek des Staates. Jeden Sommer veranstaltet das Interlochen Center for the Arts ein Musikfestival, das National Music Camp.
4. Sehenswürdigkeiten
Beliebte Touristenziele sind der Isle Royale National Park auf der gleichnamigen Insel im Oberen See; das Naturschutzgebiet Pictured Rocks National
Lakeshore, in dem man farbige Sandsteinfelsen sowie schöne Strände und Sumpfgebiete entlang des Oberen Sees findet; die Sleeping Bear Dunes National
Lakeshore mit großen Dünen und langen Stränden entlang der Ufer des Michigansees und der Porcupine Mountains State Park im äußersten Nordwesten des Staates.
Mehrere historische Orte erinnern an die Frühzeit der Besiedelung Michigans, darunter die Missionsstation Saint Ignace Mission in Saint Ignace
(im äußersten Süden von Ober-Michigan), 1671 von dem französischen Forschungsreisenden Father Jacques Marquette gegründet; Fort Michilimackinac in
Mackinaw City (am Nordzipfel von Unter-Michigan), die Nachbildung eines Forts, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts von den Franzosen erbaut wurde, und das
Holländische Dorf in Holland (südwestlich von Grand Rapids), das an die niederländischen Siedler erinnert, die 1847 in diese Gegend kamen.
Auf der Mackinac-Insel am Nordende des Huronsees gibt es zahlreiche alte Bauwerke und Einrichtungen zu sehen, etwa ein britisches Fort aus dem 18. Jahrhundert.
Insgesamt unterhält Michigan 93 staatliche Parks und Erholungsgebiete.
5. Sport und Erholung
Die Großen Seen und viele Tausende kleinerer Seen sowie zahlreiche Flüsse und Ströme machen aus Michigan ein Paradies zum Fischen,
Schwimmen und Bootfahren. Die ausgedehnten Waldgebiete laden zum Wandern ein.
Andere beliebte Freizeitaktivitäten sind z. B. Jagen, Skifahren, Golf und Tennis. Die Bois-Blanc-Insel (am Nordende des Huronsees) ist ein beliebtes
Gebiet für die Rotwildjagd.
6. Verwaltung und Politik
Michigans Verfassung wurde 1963 angenommen und trat 1964 in einer überarbeiteten Fassung in Kraft. Staatsoberhaupt ist der Gouverneur,
der für eine Amtszeit von vier Jahren vom Volk gewählt wird und beliebig oft wiedergewählt werden kann.
Andere vom Volk gewählte Regierungsbeamte sind der stellvertretende Gouverneur, der Staatssekretär und der Generalstaatsanwalt.
Die Legislative besteht aus einem Zweikammersystem, dem Senat und dem Abgeordnetenhaus.
Die 38 Senatoren werden vom Volk für vier Jahre gewählt, die 110 Abgeordneten für zwei Jahre. Auf nationaler Ebene wählt Michigan zwei Senatoren und
16 Abgeordnete in den US-Kongreß. Bei den Präsidentschaftswahlen hat der Staat 18 Wahlstimmen.
Politik
Bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts dominierten die Republikaner die staatliche und kommunale Politik Michigans.
Seitdem sind Demokraten und Republikaner in etwa gleich stark, wobei die Republikaner vorwiegend in den landwirtschaftlich geprägten Gegenden dominieren,
während die Demokraten in Detroit und anderen Städten bevorzugt gewählt werden. Der Republikaner Gerald Ford war zunächst Abgeordneter des Staates im
US-Repräsentantenhaus (1949-1973), bevor er 1973 bis 74 unter Richard Nixon Vizepräsident und schließlich von 1974 bis 77 Präsident der USA war.
7. Wirtschaftsentwicklung
Während der Kolonialzeit, als noch wenige europäische Siedler in der Gegend lebten, waren die wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten das Fallenstellen und der
Handel, u. a mit Pelzen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewannen die Land- und Forstwirtschaft an Bedeutung, und in der Folge führte man eine
großangelegte Aktion zur Errichtung von Bergwerken durch. Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Industrie zur wichtigsten Säule der Wirtschaft.
Michigan wurde zum Zentrum der Kraftfahrzeugindustrie, die sich in der Gegend von Detroit konzentrierte.
Allerdings erlebte diese Branche in den siebziger Jahren einen großen wirtschaftlichen Einbruch, bedingt durch ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren.
Seit dieser Zeit ist die Wirtschaft Michigans deutlich vielfältiger geworden, wobei Handel und Dienstleistung das größte Wachstum verzeichnen.
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
Obwohl sich das Farmland im allgemeinen auf die südliche Hälfte Unter-Michigans beschränkt, ist die Landwirtschaft in Michigan ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Etwa 56 Prozent der Einkünfte aus der Landwirtschaft (im Wert von über drei Milliarden US-Dollar) gegen Ende der achtziger Jahre stammten aus dem
Anbau von Nutzpflanzen, der Rest aus dem Verkauf von Vieh und tierischen Produkten. In Michigan gibt es etwa 54 000 Farmen, deren durchschnittliche Größe
81 Hektar beträgt.
Die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind Milchprodukte, Mais, Sojabohnen, Schlachtrinder und Schweine. Daneben werden auch Bohnen, Weizen, Hafer,
Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Spargel, Zuckerrüben und verschiedene Früchte angebaut; die Obstplantagen konzentrieren sich dabei auf das Ufer des Michigansees.
Michigan ist führend in der Produktion von Kirschen, Äpfeln, Pfirsischen, Pflaumen und Birnen. Des weiteren werden große Mengen an Heidelbeeren, Erdbeeren und
Weintrauben angebaut sowie Truthähne und Hühner gezogen und Eier produziert.
Ein großer Teil Ober-Michigans und ein größerer Bereich der nördlichen Hälfte Unter-Michigans sind von Wäldern bedeckt, aber außer im Westen Ober-Michigans ist
die Forstwirtschaft nur von geringer wirtschaftlicher Bedeutung.
Etwa zehn Prozent der Holzernte besteht aus Nadelhölzern, der Rest aus Laubhölzern. Das Holz wird vor allem für die Herstellung von Papier und Bauholz verwendet.
Die Fischerei trägt ebenfalls relativ wenig zur Wirtschaft Michigans bei. Der Wert des jährlichen Fanges lag gegen Ende der achtziger Jahre nur bei etwa elf Millionen
US-Dollar. Die wichtigsten Fangfische sind Weißfische, Großaugenheringe, Welse, Forellen und Barsche.
Bergbau
Michigan hat umfangreiche mineralische Vorkommen.
Der jährliche Ertrag aus den wichtigsten Minen Michigans hatte gegen Ende der achtziger Jahre einen Wert von etwa 2,5 Milliarden US-Dollar.
Die wertvollsten Rohstoffe waren dabei Erdgas, Eisenerz, Petroleum und Zement. Der Großteil des Öles und des Erdgases wird im mittleren Norden,
im mittleren Süden und im Süden Unter-Michigans gefördert.
Eisen- und Kupfererz baut man im Westen Ober-Michigans ab, und Kalkstein im Norden und
Südwesten der Unteren Halbinsel. Außerdem ist Michigan ein wichtiger Exporteur von Salz, Ton, Gips, Magnesium und Torf, der aus den zahlreichen Sümpfen
gewonnen wird, sowie Mergel, Pottasche, Schieferton, Sand und Kies, Marmor, Kalkstein und Silber.
Industrie
Michigan ist einer der führenden Industriestaaten der USA. Die industrielle Produktion macht etwa 27 Prozent des jährlichen Bruttosozialprodukts aus und schafft
Arbeitsplätze für fast eine Million Einwohner.
Die wichtigsten Produkte sind Kraftwagen und andere Transportmittel, Produktionsmaschinen und Metallegierungen.
Michigan ist in den USA führend in der Herstellung von Personenkraftwagen, und drei der größten amerikanischen Automobilhersteller - General Motors,
Ford und Chrysler - haben ihren Konzernhauptsitz in Detroit. Andere größere autoproduzierende Zentren in Michigan sind Dearborn, Flint, Lansing und Pontiac.
An Industriemaschinen werden in Michigan Motoren und Büro- und Baumaschinen hergestellt; zu den erzeugten Metallwaren gehören Werkzeuge,
Besteck und Autoteile.
Andere wichtige Erzeugnisse sind Eisen und Stahl (der vor allem in Detroit hergestellt wird), Frühstücksflocken (in Battle Creek) und andere verarbeitete
Nahrungsmittel, chemische (in Midland) und pharmazeutische Erzeugnisse (Ann Arbor, Detroit, Kalamazoo).
Weitere Produkte sind elektronische Anlagen, Druckereierzeugnisse, Gummi und Plastikwaren, Kleidung, Papier, Möbel und raffiniertes Petroleum.
Tourismus
Die Tourismusbranche ist für Michigan von großer Bedeutung; 6,7 Milliarden US-Dollar werden dadurch jährlich eingenommen.
Michigans landschaftliches Potential und seine Erholungsmöglichkeiten, die größer sind als in den benachbarten, ähnlich stark bevölkerten Staaten,
das in den heißen Sommermonaten angenehm kühle Klima sowie verschiedene Wintersportmöglichkeiten ziehen ganzjährig viele Touristen in das Land.
Verkehrswesen
Naturgemäß kommt den Großen Seen eine große Bedeutung als Transportweg zu.
Der wichtigste Hafen der Großen Seen ist Detroit; andere Hafenstädte wie Calcite und Escanaba entlang der Ufer der Großen Seen sind bedeutende
Exporthäfen für Rohstoffe wie Eisenerz und Kalkstein und außerdem Importhäfen für Kohle aus anderen US-Bundesstaaten.
Wichtige Teile des Schiffahrtssystems auf den Großen Seen sind der Fluß Saint Marys, der den Oberen See und den Huronsee miteinander verbindet,
die Sault-Sainte-Marie-Kanäle (auch Soo-Kanäle), die Flüsse Saint Clair und Detroit sowie der Saint-Clair-See, die alle zusammen den Huron- und den
Eriesee miteinander verbinden. Michigan verfügt über ein gut ausgebautes Netz von Highways mit einer Gesamtlänge von ungefähr 189 000 Kilometern, zu dem
auch insgesamt etwa 1 890 Kilometer interstate-Highways gehören.
Durch Michigan führen etwa 4 025 Kilometer Schienennetz, wobei Detroit Knotenpunkt des Schienenverkehrs ist.
Der Flughafen Detroit Metropolitan-Wayne County Airport ist der belebteste der 368 Flughäfen des Landes, das außerdem 57 Hubschrauberlandeplätze aufweist.
Energie
Zu Beginn der neunziger Jahre verfügte Michigan über eine Stromerzeugungskapazität von 22,3 Millionen Kilowatt und produzierte jährlich etwa 89 Milliarden
Kilowattstunden Strom.
Ungefähr drei Viertel davon wurde mit herkömmlichen Dampfmaschinen erzeugt, die mit fossilen Brennstoffen (fast ausschließlich Kohle) betrieben wurden.
Knapp ein Viertel der Energie kam aus Atomkraftwerken und weniger als ein Prozent aus Wasserkraftwerken, die einmal eine wichtige Energiequelle des
Staates darstellten.
8. Über die Geschichte
Zu der Zeit, als die Europäer ins Land kamen, waren die wichtigsten Indianerstämme Michigans die Ojibwa, die Ottawa, die Miami, die Potawatomi und die
Wyandot, die zu den Huronen gehörten.
Die Ojibwa lebten im Norden und waren hauptsächlich Jäger und Fischer. Die Miami und die Potawatomi, die sich von Landwirtschaft ernährten,
bauten in der Nähe ihrer landwirtschaftlichen Flächen im Südosten Michigans große Dörfer aus Pfahlbauten.
Die Ottawa lebten zwischen diesen beiden Völkern und waren überwiegend Händler.
Die erste europäische Siedlung in Michigan, eine Missionsstation in Sault Sainte Marie, wurde von Father Jacques Marquette, einem französischen
Jesuitenpater, im Jahre 1668 gegründet.
Zwischen 1679 und 1686 errichteten die Franzosen Pelzhandelsstationen an der Straße von Mackinac (zwischen Michigan- und Huronsee) und an der
Mündung des Saint Joseph.
Detroit, das 1701 von Antoine de La Mothe, dem Sieur de Cadillac, gegründet worden war, beherrschte die Schiffahrt zwischen dem Huron- und dem Eriesee.
All diese französischen Siedlungen wurden 1763 von den Briten übernommen, die im gleichen Jahr einen Indianeraufstand unter dem Häuptling Pontiac niederschlugen.
Während des Nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieges war Michigan der Ausgangspunkt für Plünderungen von amerikanischen Kolonialsiedlungen durch die
Indianer, die von den Briten aufgewiegelt worden waren.
Das Territorium Michigan
Obwohl der Friede von Paris (1783) die Siedlungen in Michigan den Vereinigten Staaten zuerkannte, hielten die Briten sie bis 1796 besetzt.
Michigan war ein Teil des Northwest Territory (von 1796-1800). Zwischen 1800 und 1803 wurde es zwischen den Territorien Northwest und Indiana aufgeteilt;
danach fiel das gesamte Gebiet an das Indiana Territory.
1805 erhielt Michigan selbst den Territorialstatus. Während des Britisch-Amerikanischen Krieges von 1812 marschierte der Territorialgouverneur,
William Hull, in Kanada ein, aber angesichts des britischen Widerstandes und deren Kontrolle über die Seen trat er den Rückzug an und überließ Detroit kampflos dem
Feind.
Nach dem Sieg der Amerikaner in der Schlacht am Eriesee zogen sich die Briten wieder nach Kanada zurück.
Als der Britisch-Amerikanische Krieg sich dem Ende näherte, wurde Lewis Cass von Präsident James Madison zum Territorialgouverneur ernannt.
Er blieb bis 1831 im Amt. Nach dem Krieg vergrößerten sich die Siedlungen in Michigan allmählich; obwohl die Indianer gezwungen wurden, den Großteil der
südlichen Hälfte von Unter-Michigan an die Regierung abzutreten, war die wichtigste wirtschaftliche Aktivität des Staates weiterhin der Pelzhandel, der von
John Jacob Astor's Pelzhandelsgesellschaft kontrolliert wurde; diese hatte ihren Hauptstützpunkt auf der Mackinac-Insel.
Nach 1825 führte jedoch die Eröffnung des Erie-Kanals zusammen mit einem neuen Landgesetz und weiteren Gebietsabtretungen durch die Indianer zu einer
Flut von Zuwanderern. Die Bevölkerung explodierte von 9 000 Einwohnern im Jahr 1820 auf 29 000 im Jahr 1830 und 1840 schließlich 212 000 Einwohnern.
Bereits 1835 war die Bevölkerung so sehr gewachsen, daß ein Antrag Michigans auf Eigenstaatlichkeit in Erwägung gezogen wurde; wegen einer Grenzstreitigkeit
mit Ohio, bei der es um die Zugehörigkeit der Stadt Toledo (südwestlich von Detroit) und das umliegende Gebiet ging, wollte der US-Kongreß jedoch
keine verfassungsgebende Versammlung zulassen.
Michigan und Ohio begannen daraufhin den sogenannten Toledo-Krieg; beide Seiten riefen ihre Bürgerwehr zusammen, aber es kam zu keiner Auseinandersetzung.
Ohio, das bereits ein US-Bundesstaat war, hatte die größere politische Macht, und Michigan willigte schließlich ein, Toledo an Ohio abzutreten, wofür Michigan
im Gegenzug einen größeren Teil des heutigen Ober-Michigans erhielt. Am 26. Januar 1837 wurde Michigan schließlich 26. Bundesstaat der USA.
Frühe Entwicklung als Bundesstaat
Nach einer Zeit der wirtschaftlichen Depression in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts kam der junge Staat in den fünfziger Jahren wieder zu wirtschaftlichem
Wohlstand.
Das Wachstum der landwirtschaftlichen Produktion und der Ausbau des Eisenbahnnetzes schritten schnell voran.
Zwischen 1840 und 1860 kamen fast 380 000 neue Siedler nach Michigan.
In Ober-Michigan begann man in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts mit der kommerziellen Ausbeutung von Kupferminen; zu dieser Zeit gewann auch die
Holzwirtschaft immer mehr an Bedeutung.
Die erste staatsübergreifende republikanische Partei in den USA formierte sich im Juli 1854 bei einer Versammlung, der Convention Under the Oaks,
die in Jackson (Michigan) stattfand.
Schon vor dem Bürgerkrieg gab es eine Bewegung gegen die Sklaverei, und als es schließlich zum Bürgerkrieg kam, war Michigan einer der ersten Staaten,
die aktiv in den Krieg eingriffen.
Der Krieg beschleunigte den Wandel des Staates von einem Agrar- zu einem Industriestaat deutlich.
Bis 1880 hatte sich die Zahl der Produktionsstätten im Vergleich zu vor dem Krieg verdreifacht, die Kapitalanlagen hatten sich verdoppelt.
Die rasche Industrialisierung dauerte an, und 1900 überstieg allein die Produktion in Detroit die von ganz Michigan im Jahr 1870.
20. Jahrhundert
Michigan wird im 20. Jahrhundert ganz entscheidend vom Automobil geprägt.
Das Zusammenwirken von qualifizierten Arbeitern, einer bereits existierenden industriellen Tradition, überschüssigem Kapital aus der Holzindustrie und einem
ausgezeichneten Transportsystem trugen entscheidend dazu bei, Detroit zur Motor Capital, zur weltweit größten Automobilindustriestadt zu machen.
Zwischen 1900 und 1930 wuchs die Automobilindustrie zunächst schnell an, danach wurde das Wachstum allerdings durch die Weltwirtschaftskrise gebremst.
Im Lauf der dreißiger Jahre erholte sich die Wirtschaft mit Unterstützung der Bundesregierung allmählich wieder.
Die Wahl des Demokraten Frank Murphy zum Gouverneur im Jahr 1932 beendete die lange Herrschaft der Republikaner in der Staatspolitik.
Der Beginn des 2. Weltkrieges brachte paradoxerweise Wohlstand und Vollbeschäftigung, da Michigan der amerikanische Bundesstaat mit der größten
Militärproduktion war.
Die Arbeit in den Autofabriken während des Krieges zog schwarze Zuwanderer aus dem Süden an; Rassenspannungen in Detroit führten schließlich zu einem
Krawall, der 34 Menschenleben forderte (1943).
In den darauffolgenden Jahrzehnten arbeiteten die Kommunalpolitiker - schwarze wie weiße - an der Schaffung einer gemeinsamen Verständigungsbasis, aber während
der angespannten Zeit der Bürgerrechtsbewegung in den sechziger Jahren entlud sich der Rassenhaß erneut (siehe Schwarze in Amerika: Nordamerika; der Freiheitskampf).
Im Juli 1967 kam es in Detroit zu Straßenkämpfen, bei denen ganze Häuserblocks zerstört und 43 Menschen getötet wurden.
Die Führer der Wirtschaft unter der Leitung des Autoproduzenten Henry Ford II. reagierten darauf u. a. mit verstärkten Investitionen in ein Projekt, das
Renaissance Center, um die heruntergekommene Innenstadt Detroits wiederzubeleben.
Die Wahl des ersten schwarzen Bürgermeisters von Detroit, Coleman Young, im Jahr 1974 heilte viele Wunden, die durch den Rassenkonflikt aufgerissen worden waren.
Zu Beginn der achtziger Jahre war Michigans Wirtschaft immer noch von der Automobilindustrie beherrscht, in der drei Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg ein
Drittel von Michigans Industriearbeitern angestellt waren und die zwei Fünftel der Erzeugnisse der Staates produzierte.
Während der späten siebziger und frühen achtziger Jahre bereiteten die hohen Energiekosten sowie veraltete Fabrikanlagen und der verstärkte Wettbewerb
durch Importe aus anderen Ländern der Industrie große Probleme.
Der wachsende Dienstleistungsbereich ermöglichte es Michigan jedoch, den Verlust an Arbeitsplätzen auszugleichen. Anfang der neunziger Jahre kam die
Wirtschaft aufgrund der weltweit angespannten Konjunkturlage und der starken Konkurrenz aus dem Ausland erneut unter Druck, und es kam zu Massenentlassungen
in einigen großen Automobilwerken.
9. Die Großen Seen
Eine Gruppe von fünf großen Seen im zentralen Nordamerika. Von Ost nach West handelt es sich dabei um den Ontario-, Erie-, Huron-, Michigan- sowie den Oberen See.
Der Michigansee liegt als einziger mit seiner gesamten Fläche auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten von Amerika (USA), die anderen liegen sowohl auf kanadischem
als auch amerikanischem Territorium.
1909 wurde im Rahmen des Boundary Waters Treaty zwischen Kanada und den USA die gemeinsame Kontrolle der Großen Seen festgelegt.
Die Gesamtfläche der Großen Seen beträgt 244 108 Quadratkilometer.
Damit stellen sie die größte zusammenhängende Süßwasserfläche der Welt dar. Etwa zwei Drittel der Wasseroberfläche liegt innerhalb der Grenzen der USA.
Zusammen entwässern die Seen ein Gebiet mit einer Fläche von 751 100 Quadratkilometern.
Die Großen Seen sind durch Flüsse, Wasserstraßen und Kanäle miteinander verbunden und bilden zusammen eine der meistbefahrenen Schiffahrtsstraßen der Welt.
Über den Sankt-Lorenz-Strom besteht eine Verbindung zum Atlantischen Ozean. Seit im Jahre 1959 der Sankt-Lorenz-Seeweg fertiggestellt wurde, sind sie auch für
Überseeschiffe mittlerer Größe erreichbar.
Darüber hinaus ist der Eriesee mit dem Atlantik über den Erie-Kanal und den Hudson, der Michigansee über den Illinois Waterway und den Mississippi mit dem
Golf von Mexiko verbunden.
Die Schiffahrt zwischen den Seen ermöglicht der Welland Ship Canal, der den Ontariosee und den Eriesee verbindet, sowie die Sault-Sainte-Marie-Kanäle zwischen
dem Huronsee und dem Oberen See.
Der größte Teil der Fracht wird von eigens konstruierten, schmalgeschnittenen Schiffen, sogenannten Lakers, befördert.
Dies ist allerdings nur im Sommer möglich, da die Seen im Winter gefroren und für die Schiffahrt gesperrt sind.
Die wichtigsten transportierten Güter sind Eisenerze und Getreide. Eisenerze werden z. B. aus dem Gebiet um den Oberen See zu Häfen am Südufer des Eriesees
transportiert.
Von dort werden sie in die großen Stahlwerke in Ohio, Pennsylvania und Indiana gebracht. Für die riesigen Getreidemengen, die in den nördlichen Gebieten der
Great Plains geerntet werden, verläuft einer der Haupttransportwege von dem Ort Thunder Bay in der kanadischen Provinz Ontario zu Verarbeitungszentren
wie z. B. Buffalo.
Zur Geologie der Seen läßt sich folgendes sagen:
Die Seebecken der Großen Seen entstanden durch Gletscherbewegungen während des pleistozänen Eiszeitalters.
Davor bestand das Gebiet des heutigen Oberen Sees aus breiten Tälern und Flußsystemen, das Gebiet der anderen Seen war wahrscheinlich Flachland.
Während der Eiszeit bewegten sich Gletscher nach Süden. Durch diese Bewegung schufen sie die Becken der Großen Seen, die von den Schmelzwässern gefüllt wurden.
Mit dem Abschmelzen der Gletscher führten die Entlastungsvorgänge zu Krustenverbiegungen, in deren Folge sich der Michigan- und Eriesee absenkten,
während sich die übrigen Seen hoben. Dies führte dazu, daß die nördlichen Seen in den Sankt-Lorenz-Strom entwässern.
Huronsee, zweitgrößter der fünf Großen Seen Nordamerikas, an der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada gelegen.
Im Norden und Osten des Sees liegt die kanadische Provinz Ontario, auf der Westseite der amerikanische Bundesstaat Michigan.
Der See wird vom Oberen See (über den St. Marys River) und vom Michigansee (durch die Enge von Mackinac) sowie durch mehrere Flüsse gespeist.
Sein Abfluß mündet in den Eriesee. Die Fläche des Huronsees beträgt einschließlich der Buchten Georgianbai und Saginawbai 60 000 Quadratkilometer, von
denen 36 000 Quadratkilometer in Kanada liegen.
Das Einzugsgebiet des Sees umfaßt etwa 134 000 Quadratkilometer. Der See ist rund 400 Kilometer lang, bis 160 Kilometer breit und bis zu 229 Meter tief.
Der Huronsee hat viele Inseln, von denen die meisten in Kanada liegen. Die größten Inseln sind die Manitoulin-Inseln, eine der größten Inseln der Welt in einem
Süßwassersee.
Der See ist sehr fischreich. Die Bestände des Weißfisches und der Seeforelle, beide von wirtschaftlicher Bedeutung, haben seit den sechziger Jahren stark abgenommen.
Die Hauptursache für diesen Rückgang ist das räuberische Neunauge, das sich an Fischen festsaugt und Löcher in deren Haut und Muskeln frißt.
Die Berufsfischerei erholte sich Mitte der siebziger Jahre, nachdem durch Programme der Regierung die Zahl der Neunaugen im See zurückgegangen ist.
Intensiver Schiffsverkehr dient vor allem dem Transport von Eisenerz aus dem Gebiet des Oberen Sees zu den Häfen am Eriesee.
Von Mitte Dezember bis Anfang April friert der Huronsee zu, so daß die Schiffahrt eingestellt werden muß.
Die größten Häfen am See sind Midland, Collingwood, Goderich und Sarnia (Ontario) sowie Port Huron, Bay City, Alpena, Rogers City und Cheboygan (Michigan).
Die ersten Europäer am Huronsee waren der französische Forscher Étienne Brûlé (etwa 1612) und Samuel de Champlain (1615).
Eine Siedlung namens Sainte Marie Among the Hurons wurde (1638) von Jesuiten-Missionaren an der Georgianbai errichtet.
Michigansee, drittgrößter der Großen Seen und der einzige, der sich vollständig in den USA befindet.
Er grenzt im Norden und im Osten an Michigan, im Süden an Indiana, im Westen an Illinois und Wisconsin.
Der See ist 520 Kilometer lang, bis zu 190 Kilometer breit und hat eine Fläche von 57 757 Quadratkilometern. Seine tiefste Stelle mißt etwa 281 Meter.
Er hat eine Meereshöhe von 176 Metern. Der nördliche Abfluß für den Michigansee ist die Straße von Mackinac, die ihn mit dem Huronsee verbindet.
Der nördliche Teil des Sees ist ungefähr vier Monate im Jahr durch Eis blockiert. Chicago, Milwaukee und Muskegon liegen am Ufer des Sees.
10. Einige interessante Städte
Lansing, Hauptstadt von Michigan.
Sie ist Industriestandort und Umschlagplatz für die landwirtschaftlichen Produkte aus der Umgebung.
Neben dem Regierungssitz des Bundestaates befinden sich in Lansing zahlreiche Einrichtungen für Forschung und Entwicklung. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören
das State Capitol (1878 fertiggestellt), das Michigan Historical Museum und die Lansing Art Gallery.
Die Stadt beheimatet das Great Lakes Bible College (1949) und die Thomas M. Cooley Law School (1972).
Im Jahr 1957 wurde das Lansing Community College gegründet. Das College ist Partnerschule der Kaufmännischen Schule Stuttgart Nord.
Es ist das drittgrößte kommunale College in Michigan.
Ursprünglich war die Region vom Volk der Chippewa bewohnt. In den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts kamen jedoch einige Familien aus Lansing im Bundesstaat
New York und beanspruchten Land.
Sie benannten die neue Siedlung nach ihrer Heimatstadt in New York. Außer einer Sägemühle und einem Blockhaus war die Gegend noch weitgehend unberührt,
als die Regierung Michigans 1847 Lansing auswählte, um Detroit als Hauptstadt des Staates abzulösen.
1863 wurde Lansing an die Eisenbahn angeschlossen, und in der Mitte der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts produzierten Ransom E. Olds und
Frank G. Clark hier ihr erstes motorgetriebenes Fahrzeug.
Mit diesen beiden Ereignissen setzte der Prozeß der Industrialisierung ein. Im Jahr 1990 betrug die Einwohnerzahl etwa 127 000.
Muskegon, Sitz des gleichnamigen County im Westen des Bundesstaates Michigan (Vereinigte Staaten von Amerika).
Über den Muskegonsee, der an der Mündung des Flusses Muskegon gebildet wird, besteht eine Verbindung zum Michigansee.
Die Stadt wurde 1869 gegründet. Wichtigste Produkte, die hier hergestellt werden, sind: Papier, Fahrzeugteile, Büromöbel, Werkzeugmaschinen und Metallprodukte.
Die Siedlung wuchs in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts um einen hier 1810 errichteten Handelsposten.
Von 1850 bis 1890 war Muskegon Zentrum für die holzverarbeitende Industrie. Durch zwei Brände wurde die Stadt 1874 und 1891 stark zerstört.
Der Name der Stadt ist dem Ausdruck der Ottawa-Indianer für "Fluß mit Sumpfland" abgeleitet. Im Jahr 1990 betrug die Einwohnerzahl 40 283.
Ann Arbor, Ann Arbor liegt in einem vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Gebiet und ist ein Forschungs-, Bildungs- und medizinisches Zentrum, in dem die
Universität von Michigan (gegründet 1817) ihren Sitz hat.
Die Gerald-R.-Ford-Bibliothek von 1981, in der die Dokumente des ehemaligen US-Präsidenten gelagert werden, befindet sich auf dem Campus der Universität.
Computersoftware, elektronische Geräte sowie spezielle Instrumente werden in Ann Arbor hergestellt. Die Bevölkerung zählte 1990 etwa 109 600 Einwohner.
Warren, Stadt in Michigan, Vereinigte Staaten. In der Stadt in der Nähe von Detroit werden Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile hergestellt.
In der Stadt ist ein Sinfonieorchester sowie das General Motors Technical Center, ein Junior-College, ansässig. Die Einwohnerzahl belief sich 1990 auf 144 800.
Battle Creek, Stadt im Bundesstaat Michigan (USA). Sie ist Industriezentrum am Zusammenfluß von Battle Creek und Kalamazoo, inmitten eines Getreideanbaugebiets.
Battle Creek wurde 1831 gegründet und nach dem gleichnamigen Fluß benannt. Der amerikanische Arzt John Harvey Kellogg, der 1876 Leiter des
Battle-Creek-Sanatoriums wurde, entwickelte hier aus Getreide und Nüssen vegetarische Mahlzeiten für seine Patienten.
Sein Bruder W. K. Kellogg gründete Anfang des 19. Jahrhunderts, zusammen mit C. W. Post, einem ehemaligen Patienten des Sanatoriums, das bekannte
Unternehmen zur Müsli-Produktion. Im Jahr 1990 betrug die Einwohnerzahl 53 540.
Grand Rapids,Stadt im Westen des Bundesstaates Michigan. Grand Rapids ist ein führendes Wirtschaftszentrum in Westmichigan, das vor allem wegen seiner
Möbelproduktion bekannt ist. Aber auch medizinisches Gerät, Kunststoffe, Schuhe und Nahrungsmittel werden hier hergestellt. Grand Rapids hat zahlreiche
Bildungseinrichtungen, darunter das Calvin College (1876), das Aquinas College (1923) und das Kendall College für Bildende Kunst und Design (1956).
Sehenswert sind das Präsident-Ford-Museum, das Kunstmuseum, das Möbelmuseum, das Planetarium und der Zoo. In der Stadt gibt es eine Oper,
ein Sinfonieorchester, ein Ballett und ein Stadttheater.
Ottawa-Indianer siedelten an der Stelle der heutigen Stadt bis zum frühen 19. Jahrhundert. Die Siedlung wuchs aus einem hier 1826 gegründeten Pelzhandelsposten.
Die Möbelindustrie, die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand, stützt sich auf die üppigen Waldbestände der Gegend. Grand Rapids erhielt 1850 Stadtrecht.
Im Jahr 1990 betrug die Einwohnerzahl 189 126.
Flint, Stadt im Südosten des US-Bundesstaates Michigan.
Flint ist ein Zentrum des Automobilbaues. Zu den wichtigen Bildungseinrichtungen gehören die Universität von Michigan (gegründet 1956) und das
General-Motors-Institut (1919).
1819 ließen sich in dem Gebiet Pelzhändler nieder. Wegen des Holzreichtums erlangte der Holzhandel schnell wirtschaftliche Bedeutung.
1908 gründete William C. Durant in Flint die General Motors Corporation.
In den Jahren 1936 und 1937 führten zahlreiche Streiks und die zunehmende Organisation der Arbeiter von General Motors schließlich zur offiziellen
Anerkennung des amerikanischen Gewerkschaftsverbands United Automobile Workers of America durch die großen Automobilhersteller.
Die Stadt wurde nach dem indianischen Wort für den Fluß Pawanunling benannt, das die Siedler mit "River of Flint" übersetzten. 1990 betrug die
Einwohnerzahl etwa 140 000.
Saginaw Bai, Arm des Huronsee im Osten von Michigan. Die Bai ist rund 97 Kilometer lang und 24 bis 40 Kilometer breit. In ihr liegt die Mündung des Flusses Saginaw.
Mackinac-Insel, kleine Insel in Michigan, im Huronsee. Die dichtbewaldete Insel ist ein beliebter Urlaubsort. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört Fort Mackinac,
das 1780 von den Briten erbaut wurde. Die Insel wurde 1783 der Kontrolle der USA unterstellt.
Sault-Sainte-Marie (USA), Stadt im Norden von Michigan am Saint Marie, liegt gegenüber des kanadischen Sault-Sainte-Marie. Neben dem Schiffsverkehr spielt der
Tourismus eine wichtige Rolle für die Wirtschaft der Stadt.
Der Sault-Sainte-Marie-Kanal verbindet Huronsee und Oberer See. In Sault-Sainte-Marie befindet sich die Lake Superior University (1946).Sault-Sainte-Marie wurde
1668 als Missionsstation gegründet und war die erste permanente Siedlung in Michigan.
Die Stadt ging 1763 von den Franzosen an die Briten über, 1783 kam sie an die Vereinigten Staaten. 1887 erhielt Sault-Sainte-Marie das Stadtrecht.
Im Jahr 1990 betrug die Einwohnerzahl etwa 15 000.
Sault Sainte Marie (Kanada), Stadt und Sitz der Verwaltung des Distrikts Algoma, im Süden von Ontario, Kanada. Die Stadt liegt am Fluß Saint Mary und an den
wichtigen Sault-Sainte-Marie-Kanälen, die der Schiffahrt eine Umgehung der Stromschnellen zwischen dem Oberen See und dem Huronsee ermöglichen.
Am gegenüberliegenden Ufer, in den Vereinigten Staaten, liegt im Bundesstaat Michigan der gleichnamige Ort Sault Sainte Marie.
Die kanadische Stadt ist ein geschäftiger Hafen und ist sowohl ein größeres Touristen- als auch ein Produktionszentrum für Eisen und Stahl, Bauholz, Papier und
Chemilkalien.
Das Gelände wurde 1783 besiedelt, nachdem die North West Company hier eine Niederlassung für den Pelzhandel errichtet hatte.
1812 wurden die Siedlung und Kanäle weitgehend von den Truppen der Vereinigten Staaten zerstört.
Im späten 19. Jahrhundert wuchs die Gemeinde aufgrund ihrer vorteilhaften Lage als Kanalhafen und Eisenbahnknotenpunkt.
Im Jahr 1991 betrug die Einwohnerzahl etwa 81 500.
Detroit, ist die siebtgrößte Stadt in den Vereinigten Staaten. In den Vorstädten leben 3,5mal so viele Menschen wie in der Stadt selbst.
Die Region ist eines der weltweit größten Zentren des Automobilbaues. Das wirtschaftliche Wachstum der Stadt wurde durch die günstige Lage am Detroit River,
der die oberen Großen Seen mit den unteren Großen Seen verbindet, ermöglicht.
Er hat eine Länge von etwa 51 Kilometern und eine Breite von 1,6 bis 2,4 Kilometern. Der Detroit fließt vom Saint-Clair-See zum Eriesee und bildet einen Teil der
Grenze zwischen den USA und Kanada.
Die Ambassador-Brücke sowie Eisenbahn- und Straßentunnels verbinden Detroit (Michigan) und Windsor (Ontario), die beiden wichtigsten Städte entlang des Flusses.
Der Detroit ist ein wichtiges Teilstück des Sankt-Lorenz-Seeweges.
Wirtschaftlich größte Bedeutung hat die Automobilindustrie, hier liegen die Firmensitze der General Motors Corporation, Ford Motor Company und Chrysler Corporation.
Der Fahrzeugbau hat die Ansiedlung vieler Dienstleistungsbetriebe aus den Bereichen Forschung, Design und Werbung nach sich gezogen.
Das Zentrum der Stadt liegt am Ufer des Detroit River, wo 1701 die ersten Siedler an Land gingen. Von dort aus führen die Hauptverkehrsstraßen radial nach außen.
Auf der flußwärts gelegenen Seite des Stadtzentrums steht das Verwaltungszentrum der Stadt mit dem City County Building und dem Henry and Edsel Ford Auditorium.
Nördlich des Stadtzentrums stehen die von dem deutschstämmigen Architekten Albert Kahn entworfenen Gebäude von General Motors und Fisher.
Westlich des Stadtzentrums liegt das Militärmuseum Fort Wayne, das am besten erhaltene Fort aus der Zeit vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg im Mittleren Westen.
Die wichtigste höhere Bildungseinrichtung in Detroit ist die Wayne State University (1868), in deren Nähe sich das Detroit Institute of the Arts befindet.
Antoine de La Mothe gründete 1701 am Detroit River ein Fort mit einem Handelsposten.
Der Name Detroit kommt von d'étroit (französisch: "schmal, eng"), einer Abkürzung des Namens der ursprünglichen Siedlung: Pontchartrain d'Étroit.
Das Fort wurde 1760 während des Siebenjährigen Krieges von den Briten eingenommen.
Um die Briten aus den von ihnen besetzten Grenzgebieten zu vertreiben und die Autonomie der Indianer wiederherzustellen, verbündeten sich unter dem Häuptling
Pontiac von den Ottawa die Stämme von den Großen Seen und aus dem Tal des Ohio.
1805 wurde Detroit zur Hauptstadt von Michigan, 1810 betrug die Einwohnerzahl nur etwa 1 600. Die erste Wachstumsphase setzte ein, als die Indianer ihre
Landansprüche in Michigan aufgaben und als 1818 auf den Großen Seen die Dampfschiffahrt eingeführt wurde.
Die Eröffnung des Erie-Kanals 1825 begünstigte die Entwicklung der Stadt. Detroit wurde zur wichtigsten Station für die Siedler des nördlichen Mittleren Westens und
bedeutender Standort für den Schiffsbau.
Durch den Eisenbahnbau in den vierziger Jahren und vor allem durch die Fertigstellung der Verbindung nach Chicago 1852 gewannen die Verarbeitung von
Produkten aus dem Landesinneren (u. a. Holz und Getreide) und der Handel an Bedeutung.
Ende des 19. Jahrhunderts zählte Detroit fast 286 000 Einwohner. Die große Zahl von Arbeitskräften bildeten die Grundlage für die Entwicklung der Automobilindustrie.
Die ersten Automobilfabriken wurden 1899 und 1903 von Ransom Eli Olds und Henry Ford gegründet.
Die Bevölkerung der Stadt wuchs weiterhin rapide an. Während des 2. Weltkrieges stellte die Automobilindustrie ihre Produktion auf militärische Fahrzeuge um.
Während des Krieges und in der Nachkriegszeit boomte die Wirtschaft und die Stadt erlebte eine neue Einwanderungswelle.
1957 verzeichnete Detroit mit rund 1 850 000 Menschen seine höchste Einwohnerzahl. Im Sommer 1967 erlebte die Stadt schwere Rassenunruhen.
In den siebziger Jahren nahmen die Spannungen ab und 1973 wurde Coleman Young zum ersten schwarzen Bürgermeister Detroits gewählt, der bis 1994 im Amt war.
Im Jahr 1990 betrug die Einwohnerzahl der Kernstadt etwa 1 100 000 Menschen.
11. Sonstiges Interessantes
Pontiac (ca. 1720-1769), Häuptling der Ottawa, vereinte die Indianerstämme des Ohiotales und der Gegend um die Großen Seen 1763 bis 1765 im Kampf gegen die
Engländer.
Um die Engländer aus den Grenzgebieten zu vertreiben und für die Indianer die Autonomie zurückzugewinnen, brachte Pontiac einen Bund zusammen, dem
praktisch alle Indianerstämme vom Oberen See bis fast zum Golf von Mexiko angehörten.
Nach seinem Plan sollten die Krieger eines jeden Stammes an einem festgelegten Tag im Mai 1763 die jeweils nächstgelegene englische Garnison angreifen.
Pontiac selbst führte den Angriff auf Detroit.
Bis auf Niagara, Pitt, Logonier und Detroit wurden alle 14 Außenposten der Engländer von den Indianern eingenommen.
Nach dem Scheitern seines ersten Angriffs auf Detroit begann Pontiac mit der Belagerung des Forts, mußte schließlich aber aufgeben.
Am 17. August 1765 stimmte er einem offiziellen Friedensvertrag zu, den er 1766 in Oswego (New York) bestätigte.
Drei Jahre später wurde Pontiac von einem Indianer der Illinois ermordet.
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